Gehaltsverhandlung als Arbeitgeber Gehalt / Mitarbeiterführung

Jeder Führungskraft sei ins Tagebuch geschrieben: Es ist vollkommen normal, wenn in Ihrem Unternehmen eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Gehalt herrscht. Jeder Mitarbeiter hätte wohl gerne ein bisschen mehr Geld für dieselbe Leistung.

Sollten Sie versuchen, Ihre Mitarbeiter durch eine Gehaltserhöhung langfristig zufriedenzustellen, kann ich Ihnen die Enttäuschung mit größter Sicherheit garantieren. Die wenigsten Mitarbeiter sind zwei Monate nach einer Gehaltssteigerung noch motiviert.

Viele berichten, dass sie sich noch freuen, wenn sie das erste Mal auf dem Gehaltszettel einen höheren Betrag vermerken. Im Monat darauf ist der Betrag ohnehin wieder derselbe. Mit anderen Worten: Niemand ist langfristig hoch motiviert, nur weil sie viel Geld bezahlen.

Meine Erfahrung aus den letzten 20 Jahren in der Beratung von Unternehmen zu Gehaltsfragen hat mich zur Erkenntnis kommen lassen: Motivation, Engagement und Zufriedenheit der Mitarbeiter haben absolut gar nichts mit der absoluten Höhe ihres Gehalts zu tun. Es geht niemals um die absolute Höhe, sondern ausschließlich um die Vorstellung der Mitarbeiter, wie es sein sollte, im Vergleich zur Realität.

Tatsächlich geht es den meisten Mitarbeiter um eine faire Behandlung. Dabei vergleichen sich Mitarbeiter sowohl intern – also mit ähnlichen Kollegen – und extern – also mit ihren Kollegen in anderen Unternehmen. Sehr häufig bekommen Führungskräfte zu hören, dass ihre Mitarbeiter am Stammtisch von jemandem erfahren haben, der deutlich mehr verdient als sie. So kann sich das subjektive Gefühl eines Mitarbeiters, im internen und externen Vergleich angemessen entlohnt zu werden, auf einen Schlag ändern.

Wie Sie als Arbeitgeber am besten das Gehalt Ihrer Mitarbeiter verhandeln

Erster Schritt: Prüfen Sie zunächst, ob tatsächlich eine mögliche interne oder externe Ungerechtigkeit vorliegt. Intern kann der Personalmanager darüber Auskunft geben, ob die Vermutung des Mitarbeiters zutrifft oder nicht. Im externen Vergleich geben Gehaltsstudien, unter anderem meine eigenen Gehaltsbenchmarks bei Upstyle Consulting, Sicherheit zur Frage, wieviel vergleichbare Mitarbeiter am Markt verdienen.

Zweiter Schritt: Begegnen Sie dem Wunsch Ihres Mitarbeiters, mehr zu verdienen, mit der Gegenfrage, was aus seiner Sicht ein höheres Gehalt rechtfertigt. Lassen Sie dabei durchblicken, dass es bei Ihnen ausschließlich aus zwei Gründen eine Gehaltserhöhung gibt:

  1. bessere Leistungen im Sinne des Unternehmens
  2. ein größerer Verantwortungsbereich

In vielen Unternehmen stellt sich nicht die Frage, ob ein Mitarbeiter mehr verdienen kann. Die entscheidende Frage lautet: Unter welchen Umständen würde ich als Unternehmen mehr zahlen? Die spontane Aussage vieler Geschäftsführer ist nämlich: „Wenn ein Verkäufer mir deutlich mehr Geschäft bringt, kann er natürlich auch mehr verdienen.“

Die private Situation, sein Familienstand, seine Kinder oder seine Hobbies sollten niemals ausschlaggebend für eine Gehaltserhöhung sein. Zahlen Sie ausschließlich mehr Gehalt für eine bessere Leistung und für einen größeren Verantwortungsbereich. Viele Mitarbeiter gehen dann ohne weiteres zurück an ihren Arbeitsplatz, denn nicht jeder möchte mehr leisten oder mehr Verantwortung übernehmen.

Achten Sie immer auf den Aspekt der größtmöglichen Fairness: Der subjektive Eindruck, in Gehaltsfragen fair behandelt zu werden, bewirkt bei den Mitarbeitern, dass sie sich jenen Themen zuwenden, die für ihre Zufriedenheit und ihr Engagement die wahrhaft wichtige Rolle spielen, wie insbesondere ein gutes Betriebsklima, eine erfüllende Tätigkeit und gute Beziehungen zu Vorgesetzten und Kollegen.

Kontakt und mehr Informationen:

Dr. Conrad Pramböck

Upstyle Consulting GmbH

cp@conradpramboeck.com

Mobil: +43 – 676 – 534 12 57


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